Neuer Standort für Spritzenautomat am St.Galler Hauptbahnhof

2023-02-22 17:58:13 By : Ms. Annabelle Tang

Als Präventionsmassnahme können Drogensüchtige in St.Gallen für wenig Geld steriles Material zum Spritzen von Drogen beziehen. Unter anderem ist es an fünf Automaten an verschiedenen Standorten in der Stadt erhältlich. Der Automat am Bahnhofplatz musste mit der Neugestaltung des öffentlichen Raums neu platziert werden.

(vre/pd) Vor knapp 25 Jahren hat der St.Galler Stadtrat erstmals Automaten zur Abgabe steriler Spritzen bewilligt. Was damals viel Aufsehen und auch kontroverse Diskussionen auslöste, ist heute Alltag für die Drogenhilfe: Die Erkenntnis, dass sich durch diese Präventionsmassnahme die Ausbreitung von HIV und Hepatitis wirksam eindämmen lässt, hat sich inzwischen schweizweit durchgesetzt.

Abgegeben wird das sterile Material durch den «Blauen Engel». Die Einrichtung gehört zur Stiftung Suchthilfe. Süchtige können beim Blauen Engel für drei Franken sogenannte «Safe Boxen» erwerben. Jede davon enthält zwei saubere Spritzen, Kondome, Ascorbin zum Auflösen von Heroin sowie Alkoholtupfer für die Desinfektion der Einstichstelle.

Der «Blaue Engel» gibt Monat für Monat zwischen 5500 und 7000 der Boxen an seinem Standort im «Katharinenhof »an der Goliathgasse ab. Um die Versorgung während sieben Tagen die Woche und 24 Stunden am Tag sicherzustellen, wurden auf St.Galler Stadtgebiet auch noch fünf Spritzenautomaten aufgestellt. Sie befinden sich am Hauptbahnhof, hinter dem Waaghaus, bei den Busendstationen Heiligkreuz und Neudorf sowie bei der Medizinisch-Sozialen Hilfsstelle (MSH) 2 am Singenberg.

Der Automat vom Bahnhofplatz war vor dem Start der Arbeiten für die Neugestaltung demontiert worden. Ein neuer, moderner Automat hat vor einigen Wochen das alte Modell an einem neuen Standort ersetzt: Der Spritzenautomaten befindet sich jetzt östlich des Rathauses angelehnt an den Zaun der Zufahrt in die Rathaus-Parkgarage.

«Die fünf Spritzenautomaten auf Stadtgebiet haben sich bewährt. Ihr Betrieb läuft ohne Probleme und Nebenwirkungen», hält Jürg Niggli, Leiter der Stiftung Suchthilfe, in einer Mitteilung fest. Den meisten Leuten würden die Automaten gar nicht auffallen und doch seien sie für die Gesundheitsprävention bei Suchtkranken sehr wichtig.

«Ein Teil der Klientinnen und Klienten ist ausserhalb der Öffnungszeiten im ‹Katharinenhof› auf sauberes Injektionsmaterial angewiesen», begründet Jürg Niggli den Bedarf nach den Spritzenautomaten. Einzelne Personen wollten sich zudem auf der Durchreise mit solchem Material eindecken, andere wollten es möglichst anonym beziehen.